Einfaches Anlagenprinzip, hohe Solarerträge

Auf eine Wärmeerzeugung durch konventionelle Heiz- oder Wärmepumpentechnik hat Familie Truninger beim Bau ihres Einfamilienhauses im Kanton Solothurn verzichtet. Ein Solarwärmesystem mit LATENTO CPC Vakuum-Röhrenkollektoren und drucklosen LATENTO XXL Schichtenspeichern liefert bereits bei mäßiger Sonneneinstrahlung nutzbare Solarerträge. Sechs drucklos arbeitende Solar-Schichtenspeicher mit zusammen 3000 Liter Puffervolumen bevorraten die Sonnenwärme auf nur knapp 4 m² Stellfläche. Das Trinkwasser wird über integrierte Wärmetauscher bedarfsgerecht erwärmt, so dass weder eine Speicherbevorratung noch Maßnahmen zum Schutz vor Legionellen nötig sind. Der Rest an benötigter Heizwärme für den Passivhaus-Neubau wird durch einen Stückholz-Kaminofen und ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung bereitgestellt.

 

"Die Idee war, ein Haus zu bauen, das so wenig Energie wie möglich verbraucht", sagt Felix Truninger über den Ansatz für das energetische Konzept seines Neubau-Einfamilienhauses. Orientiert hat sich der Bauherr am deutschen Passivhaus-Standard. Mit Maßnahmen von der 60 cm starken Schütt-Dämmung unter der Bodenplatte bis zur leistungsstarken Solarthermie-Anlage auf dem Dach bleibt der Wärmebedarf des zweigeschossigen Gebäudes aber noch unter diesen Vorgaben. "Die erste Komponente des Energiekonzeptes ist, die Masse des Hauses mit seinen Decken und Wänden als Wärmespeicher zu nutzen", erläutert Felix Truninger, Ingenieur und Geschäftsführer eines Schweizer Unternehmens für Magnethebetechnik und elektrohydraulische Antriebstechnik. Zu den weiteren Bestandteilen zählen neben der Dämmung der Gebäudehülle vor allem die eingesetzten regenerativen Energiesysteme: Der Wärmebedarf für Heizung und Trinkwassererwärmung wird vorwiegend durch Solarthermie und einen Stückholz-Kaminofen gedeckt.

 

24 m² Kollektorfläche liefern Wärme für Heizung und Schwimmbadwasser

Im Keller sind platzsparend sechs Solar-Kombispeicher installiert. Die drucklos arbeitenden LATENTO-Kunststoffspeicher bilden zusammen eine Speicherbatterie mit 3000 l Puffervolumen. Auf dem Flachdach des Einfamilienhauses sind acht LATENTO CPC Vakuum-Röhrenkollektoren in Südausrichtung aufgeständert. 

 

 

 

 

Zusätzlich sorgt eine kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung dafür, dass mit der Wärme aus der Raumluft die einströmende Zuluft vorgewärmt wird. Die Solarkollektoren liefern mit einer Gesamtfläche von 24 m² auch bei schwacher Sonneneinstrahlung soviel Energie, dass Familie Truninger von März bis Oktober rein passiv heizen kann – mit Solarwärme und der Energie aus der Wärmerückgewinnung durch die kontrollierte Wohnungslüftung. Die Entscheidung für eine großzügig bemessene Solarwärmeanlage stützte sich einerseits auf die Daten der Auslegungs-Situation, aber auch darauf, dass im Sommer mit der – dann großteils überschüssigen – Solarwärme das rund 30 m² große Außenschwimmbecken erwärmt werden soll.

 

80 kWh Solarwärme an einem kühlen Märztag

Bauherr Felix Truninger hatte im Zuge der Planung überlegt, ob für die kalte Jahreszeit der Einsatz einer Wärmepumpe als Wärmeerzeuger sinnvoll wäre. Seine Berechungen hatten jedoch ergeben, dass für eine elektrische Nachheizung pro Jahr lediglich Stromkosten von rund 200 Schweizer Franken anfallen. Anstelle einer Wärmepumpe orderte Truninger deshalb nur zusätzliche 9 kW-Elektroheizstab für drei der insgesamt sechs LATENTO-Solarspeicher. Als Hauptheizung dient im Winter der Stückholz-Kaminofen, der als dekoratives Element im Flur des Hauses in die Wand eingemauert ist. Der Kaminofen liefert eine Heizleistung von 12 kW. Zum Vergleich berichtet Felix Truninger über den Solarertrag, den er Anfang März 2011 am Display des Gesamtreglers abgelesen hat: An einem sonnigen Märztag mit 8 °C Außentemperatur lieferte das Solarsystem an einem Tag die Energiemenge von 80 kWh; nach der Anzeige der Regelung entsprechend einer Wärmeleistung von 13 kW. Seine Erfahrung nach der ersten Heizperiode: "Die jährlichen Heizkosten beschränken sich auf den Verbrauch von rund sechs Kubikmetern Holz und die erwähnten geringen Zusatzkosten für die elektrische Nachheizung", sagt Truninger. Immerhin sind zusammen mit der Einliegerwohnung 260 m² Wohnfläche zu beheizen.